Zwischen den Jahren oder zwischen den Tagen?
Es war eigentlich klar. Letztens sag ich: „Ich bin zwischen den Tagen im Büro.“ Verwunderte Blicke „…oder heißt es zwischen den Jahren“. Wilde Diskussionen. Doch die Meisten meinten es wäre zwischen den Jahren. Dann war das Thema für mich erledigt. Aber man musst mich ja zu einem anderen Zeitpunkt wieder mit fragenden Blicken erstechen und meinte es heißt doch zwischen den Tagen… Nun begab ich mich auf die Suche. Das hab ich gefunden:
Brauchtum im Winter – Zeit zwischen den Jahren
Das eigentliche Jahresende fand in einem noch enger gezogenen Zeitbereich statt: der Zeit „zwischen den Jahren”. Dieser Begriff bezeichnet den Zeitraum vom 25. Dezember bis zum 6. Januar, die Rauhnächte bzw. die kirchliche Weihnachtszeit. (Übrigens kennt auch das Judentum eine solche Phase „zwischen den Jahren”: Hier gelten die zehn Tage zwischen dem jüdischen Neujahr (Rosch Ha-Schana) und dem Versöhnungstag (Jom Kippur) als besonders wichtig) Die Begriffsbildung nimmt Bezug darauf, dass sowohl am 25. Dezember, am 1. Januar als auch am 6. Januar Jahresbeginn gefeiert wurde, je nach Gegend oder Zeitalter. Erst seit dem 17. Jahrhundert kristallisiert sich der 1. Januar als offizieller Jahresbeginn mit allgemeiner Verbindlichkeit heraus. Die „Zeit dazwischen”, die Zeit zwischen den verschiedenen Jahresanfängen, war die Zeit „zwischen den Jahren”.
…und in der Wikipedia:
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. …… Die evangelischen Territorien des Heiligen Römischen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. …… Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck „zwischen den Jahren“ für die Tage nach Weihnachten.

