Verlage und Web 2.0 = unpassend?
In der Verlagswelt, in der ich mich beruflich oft Bewege wird das Gerede über das neue Web (auch Web 2.0 genannt) belächelt. Die typischen Aussagen sind meist: „Damit kann man kein Geld machen. Das ist nur ein Hype.“
Ich versuche immer wieder mit Beispielen die Interaktivität und Informationsfreiheit anzuführen. Jedoch scheitert es schon in der Anwendung von so einfachen Dingen wie einem RSS-Feed. Den gibt es schon sehr lange, aber die Kraft entwickelte sich erst in den letzten Jahren. Ganz tolle Beispiele dafür: Pageflakes, Google-Reader oder (ganz frisch) Pipes.
Heute las ich eine Meldung zu einer Studie, die die Gefahr für die Verlage im Wandel der Medienlandschaft beschreibt. Die Firma Timelabs veröffentlicht sie Anfang März unter dem Namen: Grid Media – Überlebensstrategien für Publisher im digitalen Zeitalter. Einige Auszüge:
Timelabs zufolge fehlinterpretierten viele Verlage Blogs und ähnliche Erscheinungen als einen Raum, den sie selber inszenieren (z.B. durch angestellte Blogger), kontrollieren (bis hin zur Zensur) und/oder steuern (z.B. durch redaktionelle Auswahl) können. Das sei aber genau das Gegenteil dessen, was User erwarten und von Web 2.0-Playern gewohnt seien. Die Studie empfiehlt den Verlagen daher, für den anstehenden Paradigmenwechsel hin zur “Customer Integration” ihre Prozesse zu überdenken. An die Stelle des gewohnten “linearen Publishing” trete eine zunehmende Interaktion, in der Redaktion und Nutzer Inhalte bi-direktional “erarbeiten”. Im Zuge dieses Umsturzes müsse sich der Verlag “neu erfinden”.
So wie ich die Verlagswelt kenne, dauert das sehr sehr lange!

