Letzte Woche bekam ich eine Mail mit dem Hinweis auf den Artikel aus der ZEIT von Birand Bingül.
Kämpft, Deutschtürken! Kämpft selbst für bessere Integration – nicht um
den Deutschen zu gefallen, sondern zu eurem eigenen Wohl. …
Das hat mich mal wieder zum Grübeln gebracht. Ähnliche, ja sogar gleiche Erfahrungen habe auch ich gemacht. Die übliche Floskel die man so erlebt: „Woher kommen Sie denn?“ – „Aus Düsseldorf“ – „Nee, ursprünglich“ – „Na ja, ich bin in Essen geboren, aber in Düsseldorf aufgewachsen.“ – „Ach so, aber so ganz ursprünglich?“ – „Meine Eltern kommen aus Ankara.“ – „Ja genau, das wollt ich wissen“…
Öff…
Erlebt jeder hier, der einen nichtdeutschen Namen hat. Mich stört das immer noch, weil fast immer versucht wird die Person in die Schublade „Anders, Ausländer, fremd…“ zu stecken. Ist halt so. Damit lebe ich und hab mich damit abgefunden. Auf die Frage ob ich mich denn mehr Deutsch oder Türkisch fühle reagiere ich müde. Ich fühle mich als Rheinländer. Das kannn ich mit Gewissen behaupten, aber was ist schon „Deutsch oder Türkisch fühlen“? Gibt es das? Ich lebe seit über acht Jahren in Stuttgart und merk, dass der Schlag Menschen hier ganz anders tickt als im Rheinland. Klaro – Deutschland besteht aus vielen Dialekten und Eigenarten. Und das liebe ich! Das ist so toll. Diese ewigen Diskussionen ob es nun Knützje oder Riebale heißt. Herrlich!
Mein türkisches Umfeld hat mir unzählige Bräuche mitgegeben. Das gibt mir so viel. Wie verhält man sich Älteren gegenüber, die Familie hält immer zusammen oder einfache Dinge wie z.B. seine Freunde (Mädchen wie Jungen) zu umarmen und auf die Wange zu küssen. Bei meinen deutschen Freunden brauche ich immer recht lange bis die Hürde genommen. Doch mit der Zeit wir es eine Brauch den sie gerne aufnehmen und auch so nachempfinden.
Worauf will ich eigentlich hinaus…?! Ich bin die Begriffe Integration, Migration, Deutschtürke satt. Ich will nicht wieder in so eine Schublade. In was soll man sich den migrieren, integrieren? Was ist der Maßstab. Sprache – OK, aber sonst? Die Kultur ergibt sich doch aus meinem Umfeld und da ist jede gefragt: die lokale, des Landes, der unterschiedlichen Religionen usw. Von daher finde ich gut was Birand sagt:
Es liegt an uns selbst, unsere Integration zu gestalten …
Man muss für sich selbst definieren wie man die Kulturen respektiert und annimmt. Dabei ist es ganz wichtig sie zu verstehen und zu schätzen. Dadurch ergibt sich ganz selbstverständlich wie man selbst ist. Für mich ist es ein Reichtum an unterschiedlichen Charakteren die in mir schlummern. Aus jedem schöpfe ich Gutes wie Schlechtes (ich mag halt Knoffi…)